»... »Finally back home« ist ebenso Programm wie das im Booklet gedruck- te Motto von Ornette Coleman: »Let’s play the music and not the background«. Göbel ist ein Mann mit großer Wasserverdrängung, aber auch einer, der die tänzerische Eleganz und Leichtigkeit eines Oliver Hardy kennt: Punch und Eleganz, die linke Gerade und die kunstvolle Finte ...« (Weltwoche, August 2000).

»Finally back home« lautet die Comeback-CD von Klaus Göbel; gleichzeitig umschreibt der Titel den Umstand, dass es sich bei dieser Scheibe um den er- sten Tonträger von Göbel nach jahrelanger Abstinenz von der Musikszene han- delt.
 

Biographie.
Rückblick.

Am 18. Juli 1942 in Frankfurt am Main geboren und aufgewachsen erlernte Göbel das Klavier- spiel in frühen Jahren autodidaktisch. Er lauschte besonders gern den Jazzsendungen des amerikanischen Hörfunksenders AFN; sie waren Inspiration und Lehrstunden zugleich.
 

Klaus Göbel '75

Im damals angesag- ten »Rendez-Vous«- Club in Frankfurt ent- deckte Göbel zwi- schen Bier- und Cola- kisten eine ziemlich kaputte, 100 Kilo schwere B-3.
 

Klaus, der bis zu diesem Zeitpunkt ausschließ- lich Piano spielte, reparierte sie und ließ nun fortan die völlig verstimmten Klaviere der Mu- sikclubs stehen: Die Hammond Orgel wurde sein Instrument.

In den 60er Jahren, der Blütezeit der Ham- mond Orgel, spielte Klaus nun hauptsächlich in den amerikanischen Clubs seiner hessischen Heimatstadt Frankfurt am Main. Die GI’s lieb- ten offensichtlich seinen Sound, denn immer wieder lobten sie, er »spiele wie Jimmy Smith«.

Anlässlich des 13. Frankfurter Jazzfestivals sprachen die Kritiker in den 70ern begeistert von der Gruppe »From«, der u. a. die Frank- furter Jazzmusiker Gustl Mayer (Saxophon) und Kurt Bong (Drums) angehörten. Platten- aufnahmen machte Göbel mit »From« auch in anderer Besetzung: Günther Lenz (Bass), Ralf Hübner (Drums), Emil Mangelsdorff (Altosax) sowie Gustl Mayer (Tenorsax).
 

Über sein eigenes Orgelquartett mit Bernt Kuhn (Drums), Viktor F. Belgrove (Percussion) und Paul Schmand (Bass) berichtete die Frankfurter Rundschau damals: »... Göbel kann an der Orgel jubeln ... Er jubelt mit links akkordisch-pastos und jubelt in klischeelosen Improvisationslinien der rechten Hand, und das macht ihm so schnell keiner nach ...«.

In den 70ern »parkte« er seine »Königin der Instrumente«, wie die B-3 - nicht ganz zu Un- recht - auch genannt wird, in seinem VW-Bus vor dem Haus; das »Monster« mit all seiner Elektronik und dem massiven Holz war einfach zu schwer, um es nach jedem Auftritt in die Wohnung zurück zu schleppen. Zu dieser Zeit übte Göbel auch in jenem Bus und übernach- tete oft darin (... wohl aus Angst, jemand könn- te die Orgel entwenden).

Der Saxophonist Heinz Sauer entdeckte die Hammond eines Tages in Göbels Bus und war so begeistert, dass er sie gemeinsam mit ihm ausbaute und in den Frankfurter Jazzkel- ler hinunter schaffte. Zwölf Jahre lang gehör- te sie dort »zum Inventar« als Session-Instru- ment.
 

»Nun ist das Monster wieder aus dem Keller ans Licht geklettert«, schreibt ein Kritiker in ei- nem Bericht über »Klaus Göbel und die Renaissance des Hammond-Sounds der sechziger Jahre«. Nach fast 20 Jah- ren kreativen Pausierens - in einem eher zu- rückgezogenen, bürgerlichen Leben als Ma- schinenbau-Ingenieur - mischt Göbel nun wie- der kräftig in der Musikszene mit.
 

Klaus Göbel '00

1994 gründete er die Band »Klaus Göbels Organizm« mit dem Hanauer Gitarristen Jür- gen Schwab und dem Marburger Schlagzeu- ger Michael Ehret und Patrick Langer am Bass. Im Herbst 1999 begannen dann die Vor- bereitungen zur Produktion der Comeback-CD »Finally back home« der »Klaus Göbel Group« featuring Michael Sagmeister (Gitar- re), Thomas Heidepriem (Bass) und Michael Ehret (Drums). Möglich gemacht wurde die Produktion Dank der Unterstützung von Wer- ner G. Seifert, der auch einen - ebenso lesens- werten wie informativen - Booklet-Begleit- text zur Band, den einzelnen Musikern und insbesondere zu legendären »Hammond B-3« beisteuerte.

Schon jetzt wird das Spätwerk Göbels als »... die schönste Orgel-Scheibe seit lan- gem ...« (Weltwoche, Schweiz) gehandelt, und Göbel scheint auf dem besten Wege zu sein, der Organist des »... wahren Orgeltons ...« (Frankfurter Rundschau) zu werden.
 

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