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»Es ist vollbracht: Klaus Goebel, Frankfurter »Orgelmonster«, ein Urvater der hiesigen Jazzszene, der schon früh mit Chet Baker und anderen
Weltstars des Jazz musizierte, aber fast 20 Jahre lang kreativ im kleinbür- gerlichen Dasein pausierte, hat mit Michael Sagmeister (git), Thomas Heidepriem (b) und Michael Ehret
(dr) endlich eine neue Platte fertig. Finally Back Home heißt das Spät- werk des 57-jährigen ebenso liebenswerten wie kauzigen Maschinenbau-Ingenieurs. Zum ersten Mai-Wochenende stellte Goebel seinen frisch gepressten Silberling nun im Rahmen der Reihe »Thank God It’s Friday« im Großen Saal der Frankfurter Börse vor. ...
Wohl dank der guten Laune von Mi- chael Sagmeister, dem frisch gekürten Professor der Frankfurter Musikhochschule, dem die Rolle des unfreiwilligen Bandleaders in Goe- bels
neuer Band erst gar nicht so behagte, verwandelte sich die Studio-Truppe nach der Pause in eine spielende Band: HR-Big- band-Bassist Thomas Heidepriem griff vom Kontra- zum (für
diese Musik) viel überzeu- genderen E-Bass, der phantastische junge Schlagzeuger Michael Ehret spielte frei von der Leber, und auch Klaus Goebel wachte aus seiner Ehrfurcht vor
den selbst gesetz- ten Umständen auf. Plötzlich war es wieder zu hören, dieses »Or- gelmonster« mit dem ursprünglichen Gefühl für den richtigen Ton auf der Hammond-B3,
da war wieder dieser Rhythm & Blues-Musi- ker, der den dominanten Farbklecks, den sein Kirchenmusik-Instrument produzieren kann, ins Weltliche zu erweitern vermag. ...«
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Frankfurter Rundschau, 3. Mai 2000 (Wolfgang Spindler)
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»... Für Fans des boppenden E-Gitarristen Sagmeister ein Muss, für alle, die unver- staubte, swingende, groovende
Standards und die schmatzende B3 lieben sowieso.«
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Gitarre & Bass, Oktober 2000
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»... Göbel rührt, manscht und knetet die Tasten, massiert die Manuale, kriecht in die braune Kiste seiner »B-3«-Hammond- orgel hinein. Schwitzend
taucht er nach ei- nem rauschhaften Solo wieder auf, gibt ro- ten Kopfes den Einsatz für den Refrain. Aufatmen im Publikum; der Wirt wirft ein Handtuch Richtung Bühne: Göbel
legt es sich um den Nacken wie ein Preisboxer, der zwischen Runde zwei und drei mal kurz verschnauft, bevor er sich wie- der ins Getümmel stürzt. ...«
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Frankfurter Rundschau, 25. September 1999
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»... Die schönste Orgel-Scheibe seit lan- gem kommt allerdings aus Deutschland, und zwar nicht von der bekannten Ham- mond-Lady Barbara Dennerlein,
sondern von Klaus Göbel. Ihr Titel »Finally back home« ist ebenso Programm wie das im Booklet gedruckte Motto von Ornette Coleman: »Let’s play the music and not the
background«. Göbel ist ein Mann mit großer Wasserverdrängung, aber auch ei- ner, der die tänzerische Eleganz und Leichtigkeit eines Oliver Hardy kennt: Punch und Eleganz, die
linke Gerade und die kunstvolle Finte, und vor allem ein stets spannender Diskurs im hochbesetz- ten Quartett mit Michael Sagmeister an der Gitarre, Thomas Heidepriem am Bass und
Michael Ehret am Schlagzeug. Organisten haben seit den Fünfzigern immer beson- ders gern mit Gitarristen zusammengearbei- tet. In diesem Fall resultiert aus der Kombi- nation
mehr als ein Sound-Klischee, Sag- meister ist der eigentliche Star der CD (oh- ne sich wie ein solcher in den Vordergrund zu drängen), er kümmerte sich um die Ar- rangements und
brachte mit »Whisper« die schönste Komposition mit ins Studio. Dass Mainstream nicht unbedingt iden- tisch sein muss mit abgeklapperter Routi- ne, ist von dieser Produktion
wieder einmal vergnüglich zu lernen.«
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Weltwoche (Schweiz), August 2000 (Rüedi Jazz Plus)
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»Ein Album, das tatsächlich dem Zustand gerecht wird, den der Titel beschreibt: Man ist schließlich und endlich (und erleichtert) zu Hause angelangt, und das
heißt natürlich in der Sprache des Jazz: an den Wurzeln. Die hat Michael Sagmeister, der in dieser prächti- gen Vierer-Formation im Mittelpunkt steht, ja nie verleugnet, allzu groß waren
seine Wan- derjahresabweichungen in die Moderne um jeden Preis ja nie. Also kann er sich freuen (und er tut’s, wie man hört), mit Klaus Göbel an der Hammond B3 (+ Leslie 122), Thomas
Heidepriem, ac + e-b, und Drummer Michael Ehret kongeniale Partner zu haben, die mit der gleichen Überzeugungskraft den Geist Wes Montgomerys wie den Pat Martinos zu beschwören helfen.
Abgesehen von Sag- meisters eigenem »Whisper« und Göbels »Gargoyle« sind hier Standards Standard: Stanley Turrentines »Sugar«, Wes’ »Jing- les« (mit Göbel, als wär’ er ein
eineiiger Zwil- ling von Organist Melvin Rhyne), gar Bobbie Gentrys »Ode to Billy Joe« (!) über zwei Mar- tino-Titel bis zu Dukes »Sentimental Mood« Ja, ja, das erinnert an Paul
McCartneys »We always come back to the songs we were singing at any particular time«, und zwar mächtig. Und man geht ohne Federlesens herein in die Themen und produziert so, in schönstem
Session-Ambiente die ergötzlich- sten, rohen oder wenig bearbeiteten Edel- steine der Mainstream-Art. Seltsam eigent- lich, wenn man bedenkt, dass es McLaugh- lin mit seinen neo-boppigen
»Free Spirits« und kurz danach der eher postmoderne Sco- field waren, die dem Comeback der Ham- mondorgel ganz wesentlichen Schub ver- mittelt hatten; und irgendwie amüsant, dass Michael
Sagmeister, dessen Affinität zu Pia- nisten allenthalben bekannt sein dürfte, nun in dieser Gitarre/Hammond-Besetzung sozu- sagen die »Kurve zurück« beschreibt. Wie auch immer da
Spekulationen ausfallen mö- gen - nicht spekuliert werden sollte über die Qualität dieser Begegnung und dem Resultat - ein vorzügliches Album.
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Jazzpodium, Dezember 2000 (Alexander Schmitz)
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